Die Technik, die unsere Ladestationen betreibt, hat sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Der Einsatz von Elektrofahrzeugen im Transportnetz wird immer häufiger. Heute unterstützen wir die Entwicklung dieser Technologie.

Infolgedessen entstehen neue Industrieprotokolle, um neue Funktionen wie die Interoperabilität zu ermöglichen. Heute ist es mehr denn je besonders schwierig, mit der Entwicklung Schritt zu halten und dafür zu sorgen, dass Technologien den neuesten Vorschriften und Standards entsprechen.

Betreiber von Ladestationen sowie E-Mobility-Dienstleister stehen im Zusammenhang mit der zunehmenden Entwicklung von Ladestationen und Elektrofahrzeugen vor Herausforderungen. Die Verwaltung unterschiedlicher Protokolle, Vorschriften, Währungen und Netzroaming stellt daher eine wachsende Herausforderung dar.

Protokolle und Standards der EV Charging-Industrie

In diesem Artikel erläutern wir die verschiedenen Protokolle, die zum Laden unserer Elektrofahrzeuge verwendet werden. Sie ermöglichen die erforderliche Flexibilität für alle Elektrofahrzeuge und sind notwendige Elemente für die künftige Entwicklung der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.

OCPP – Open Charge Point Protocol

Das Open Charge Point Protocol (OCPP) ist ein Anwendungsprotokoll, das die Kommunikation zwischen Ladestationen für Elektrofahrzeuge und einem zentralen Managementsystem ermöglicht. Dieser internationale Open-Source-Standard ist völlig unabhängig und komplett kostenlos. Dieses Protokoll ermöglicht es Ladestationen, mit unserer Open E-Mobility-Lösung zu kommunizieren!

Das OCPP wurde von der Open Charge Alliance (OCA) für den Lademarkt entwickelt. Es gilt als Standard für die gesamte Branche. Es ermöglicht die Interoperabilität von Ladestationen zwischen Ladeequipment-Herstellern, Software- und Systemanbietern, aber auch zwischen Netzbetreibern und Forschungseinrichtungen. OCPP ist eine bewährte Möglichkeit, Kosten zu optimieren und gleichzeitig die mit Investitionen in Netzwerkinfrastruktur verbundenen Risiken zu minimieren. OCPP bietet Infrastrukturbetreibern Flexibilität, damit sie mit dem Angebot an Ladeequipment für Elektrofahrzeuge (electric vehicle supply equipment – EVSE) kompatibel sind, und erleichtert den Endnutzern den Zugang.

Die Entwicklung dieses Protokolls erfolgte in einer Art Ko-Kreation von vielen wichtigen Akteuren in der Elektrofahrzeugindustrie, darunter Hersteller von Ladestationen, Versorgungsunternehmen, Betreiber und Softwareentwickler.

OCPP 2.0, die neueste Version

Die neueste Version OCPP2.0.1 bietet viele neue Funktionen. Dazu gehören eine verbesserte Geräteverwaltung, Transaktionsverarbeitung, Sicherheit, Smart-Charging-Funktionen sowie Anzeige- und Messaging-Unterstützung. Die neueste Version von OCPP bietet auch Support für Steck- und Ladefahrzeuge, die das ISO-15118-Protokoll verwenden.

OpenADR – Open Automated Demand Response

OpenADR ist ein offenes und sicheres Protokoll für den interoperablen Informationsaustausch zur Erleichterung der automatisierten Nachfragesteuerung.

Es handelt sich um ein Protokoll, das häufig verwendet wird, um Informationen und Signale zwischen verschiedenen Verteilnetzbetreibern (VNB), Versorgungsunternehmen und Energiemanagement- und -steuerungssystemen wie unserem zu senden. Dieses Protokoll wird verwendet, um den Energiebedarf in Hochbedarfsperioden auszugleichen.

Version 2.0 dieses Protokolls, OpenADR 2.0, standardisiert die Kommunikation von Demand Response (DR) und dezentralen Energieerzeugern (Distributed Energy Resources – DER). Es verwaltet automatisierte DR-/DER-Prozesse, vereinfacht das Energiemanagement für Kunden und eliminiert unwirtschaftliche Anlagen.

OSCP – Open Smart Charging Protocol 1.0

OSCP ist auch ein offenes Protokoll für die Kommunikation zwischen einem Ladepunktmanagementsystem und einem Energiemanagementsystem für Eigentümer von Standorten oder Verteilernetzbetreibern (VNB).

Es kann verwendet werden, um dem Ladestationsbetreiber eine Echtzeitprognose der Kapazität eines Ladenetzes zu übermitteln. Seine Hauptstärke besteht darin, das intelligente Laden von Elektrofahrzeugen entsprechend der Kapazität des Netzes zu ermöglichen.

OSCP protocol

credit photo : OCA

ISO 15118 Standard

Dieser internationale Standard ist für die bidirektionale digitale Kommunikation zwischen Elektrofahrzeugen und Ladestationen unerlässlich. Sie definiert eine Vehicle-to-Grid-Kommunikationsschnittstelle (V2G) für den Lade-/Entladeprozess von Elektrofahrzeugen.

ISO 15118 ist ein Schlüsselelement der „Plug and Charge“ Funktion, mit der Fahrer den Ladestecker einstecken, laden und dann wegfahren können, wenn sie fertig sind. Dieser Prozess wird durch ein digitales Zertifikat ermöglicht, das sich im Fahrzeug befindet. Es ermöglicht die Kommunikation mit dem Ladepunktmanagementsystem (Charge Point Management System – CPMS). Dadurch wird der Ladeprozess durchgängig komplett übergangslos und umfasst somit auch die Authentifizierung und die automatische Abrechnung. Es bietet eine bessere Benutzerfreundlichkeit, da die Verwendung einer RFID-Karte, einer Anwendung oder die Verwendung eines PIN-Codes nicht mehr erforderlich ist.

Protocol ISO 15118

Protokolle für Roaming-Plattformen

OCPI – Open Charge Point Interface

Das Open Charge Point Interface (OCPI) ist ein Protokoll für den Austausch von Ladepunktinformationen. OCPI ermöglicht diese Kommunikation zwischen Betreibern von Ladestationen und Elektromobilitätsdienstleistern. Über die Kommunikation zwischen diesen beiden Akteuren hinaus ermöglicht OCPI ein skalierbares und automatisiertes Roaming von Elektrofahrzeugen.

Hier einige Beispiele für OCPI-Verwendungen:

  • Ladepunktinformationen
  • Autorisierung von Ladevorgängen
  • Gebührensätze
  • Reservierung
  • Roaming
  • Abwicklung von Registrierungsprozessen
  • Intelligente Preisfindung

eMIP – eMobility Interoperation Protocol

eMIP ist ein von GIREVE bereitgestelltes Protokoll, das das Roaming von Ladediensten ermöglicht. Gireve stellt eine Lade-Autorisierungs- und Datenclearing-API sowie den Zugriff auf eine vollständige Datenbank an Ladepunkten bereit.

OCHP – Open Clearing House Protocol (e-clearing.net)

Das Open Clearing House Protocol (OCHP) ist ein Open-Source-Protokoll, das die Kommunikation zwischen einem Charging-Management-System und einem Clearingsystem auf einfache und standardisierte Weise ermöglicht.

Dieses Protokoll ermöglicht zudem das unbegrenzte Laden von Elektrofahrzeugen über Ladenetze hinweg durch Roaming. Mit OCHP können sich E-Mobility-Dienstleister mit Ladestationsbetreibern und -anbietern verbinden, um den Zugang zu ihrem eigenen Netz zu ermöglichen.

Dieses Protokoll ist in Deutschland und den Niederlanden weit verbreitet. Tatsächlich ist e-clearing.net eine Initiative, die vom niederländischen Wirtschaftsministerium und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt wird.

e-clearing

Credit photo : e-clearing

OICP – Open InterCharge Protocol

OICP ist ein von Hubject entwickeltes Protokoll. Es handelt sich nun um einen Kommunikationsstandard, der zwischen den Systemen verschiedener E-Mobility-Dienstleister (EMSVP – e-mobility service providers) und Ladepunktbetreibern (CPO – charge point operators) über die Hubject-Plattform implementiert wird.

Dieses Protokoll ermöglicht unter anderem den Austausch von Informationen. Dieser Austausch basiert auf vertraglichen Beziehungen zwischen EMSP, CPO und Hubject. Dies ermöglicht ein zuverlässiges Roaming für E-Autofahrer.

Welche Protokolle sind mit der Open E-Mobility-Lösung kompatibel?

Bei all den von uns vorgestellten Protokollen haben wir uns dafür entschieden, einige zu verwenden und andere nicht. Hier ist eine kleine Auswahl der von uns genutzten:

  • Das OCPP-Protokoll wird für die Kommunikation zwischen Ladestationen bevorzugt und ermöglicht die Interoperabilität von Ladestationen mit Überwachung.
  • Self-charging: Wir stellen eine Plug & Charge Funktion bereit, die auf der Mac-Adresse des Fahrzeugs abhängig vom Ladestationsanbieter basiert.
  • Die Überwachungslösung ist mit den Branchenstandards für Roaming-Plattformen kompatibel: OCPI, OICP (Hubject)
  • Wir arbeiten mit dem VEDECOM Institut zusammen, um den Standard ISO 15118 zu definieren. Dies ermöglicht die Kommunikation von Fahrzeug zu Netz, das berühmte vehicle-to-grid. Open E-Mobility ist ein privilegierter Partner des Mobena-Projekts – VEDECOM

Diese Liste von Standards und Protokollen ist nicht festgelegt und kann sich mit der Zeit noch weiterentwickeln. Wir stehen noch am Anfang der Demokratisierung dieser Technologie. Es ist daher sicher, dass neue Protokolle zur weiteren Bereicherung der Ladeindustrie für Elektrofahrzeuge entstehen werden.

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